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 Feuilleton: Kultur, Geschichte, Bücher, TV, Fernsehen, Film, Musik, Games (7)
  
19.10.2018 06:23:49 [Süddeutsche Zeitung]
"The Guilty" im Kino
Der Streifenpolizist Asger muss einen Strafdienst bei der Notrufzentrale leisten. "The Guilty" beginnt an seinem letzten Telefondienst-Abend. Der Film zeigt, welche Schuld daraus entsteht, wenn einer durch dramatische Umstände gezwungen wird, schnell zu urteilen und zu handeln. Bläuliche Monitore in Reihen, rotblinkende Telefonanlagen, Fluchtlinien aus Neonleuchten an der Decke. Nirgendwo ein Schimmer von Tageslicht, nirgendwo ein Ausblick ins Freie. So sehen sie wahrscheinlich wirklich aus, die Notrufzentralen der Polizei. Und wenn man ehrlich von Gustav Möllers Film "Den skyldige / The Guilty" berichten will, sollte man hier wohl gleich mit der entscheidenden Information herausrücken - mehr Schauwerte hat dieser Film nicht zu bieten. Er wird seinen klaustrophobischen Schauplatz nie verlassen.

  
19.10.2018 06:21:59 [TAZ]
Kinostart „Being Mario Götze“
Der Dokumentarfilm „Being Mario Götze“ von Aljoscha Pause erzählt, was aus dem WM-Helden nach dem Triumph von Maracanã wurde. Es ist der 13. Juli 2014, 18.25 Uhr Ortszeit, Maracanã-Stadion, Rio de Janeiro. Flanke André Schürrle von links, Brustannahme Mario Götze am Fünfmeterraum, Volleyabnahme ins lange Eck: drin. Eins-null Deutschland. Es ist ein Moment, der hierzulande gut vier Jahre später einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis haben wird. Denn sieben Minuten später hat das deutsche Team Argentinien besiegt und ist Weltmeister. Erstmals seit 24 Jahren.

  
18.10.2018 14:57:59 [Infosperber]
9/11: «Komplott von CIA und Saudis verhindert eine Aufklärung»
Das neue Buch «The Watchdogs Didn't Bark: The Cia, NSA, and the Crimes of the War on Terror» kommt zum gleichen Schluss, den Infosperber in einer dreiteiligen Recherche im Juli 2018 wie folgt formuliert hatte: «Hinter den Terroranschlägen von 9/11 in den USA steckte ein saudisches Netzwerk. Es reichte bis in saudische Regierungskreise und in die königliche Familie. Seit dem Anschlag sind die US-Regierungen Komplizinnen dieses Komplotts: Sie decken Hintermänner und sabotieren eine gründliche Aufklärung. Die USA verlangen nicht einmal, dass Saudiarabien seine bekannten saudischen Terroristen-Helfer, die mit Diplomatenpässen ausgerüstet sind, bestraft. Vorrang hat offensichtlich die strategische Freundschaft der USA mit den Saudis.» Die Autoren des neuen Buches sind der Umweltaktivist John Duffy und der Dokumentarfilmer Ray Nowosielski.

  
18.10.2018 11:07:32 [Deutschlandfunk Kultur]
Kurt Vile: „Bottle It In“
Der Gitarrist und Songwriter Kurt Vile aus Philadelphia pflegt einen lässigen Stil. Damit schaffte er es schon ins Stadion-Vorprogramm von Neil Young. Sein neues Album „Bottle It In“ klingt nach den 70-ern. Und das soll es auch. Klar werden sie ihn wieder „Slacker“ nennen, so guckt er ja auch vom Cover mit der Secondhand-Vinyl-Anmutung: Die Lockenmatte halb im Gesicht, herzig schiefes Lächeln, Vintage-Gitarre – wie sein eigener Roadie. Aber: acht Alben in zehn Jahren, Stadionvorprogramm von Neil Young, dafür braucht man Biss und Leidenschaft. Der schluffige Kurt ist nur die halbe Wahrheit.

  
18.10.2018 11:05:16 [Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Walter-Ophey-Ausstellung: Er malte, wie man singt
„Ich werde eher einem ins Gesicht spucken, als dass ich Publikumsbilder male.“ Walter Ophey wich nie davon ab, individualistischer Einzelgänger zu sein – und prägte damit die Moderne. Eine wahrhaft lohnende Entdeckung kann es für viele Besucher sein, im Kunstpalast Düsseldorf die farbenfreudige Bildwelt von Walter Ophey (1882 bis 1930) zu erleben, eines großen rheinischen Malers, der lange vergessen war. Seine künstlerische Laufbahn begann an der Düsseldorfer Akademie, wo man den talentierten Studenten gewähren ließ: „Und so kam es, dass ich mich nie bei meinen Bildern quälte“, schrieb er, auch: „Ich male, wie man singt.“

  
18.10.2018 09:53:22 [Neue Zürcher Zeitung]
Mit jedem Klick stirbt ein bisschen Freiheit
Franklin Foer: Welt ohne Geist. Wie das Silicon Valley freies Denken und Selbstbestimmung bedroht. Aus dem Amerikanischen von Jürgen Neubauer. Blessing, 2018. 288 S., Fr. 25.90. Menschen werden zu Datenwolken, die jederzeit auf der ganzen Welt abrufbar sind. Gesellschaften zerfallen in Horden, denen elementarste demokratische Prinzipien fremd sind: Das neue Buch des amerikanischen Journalisten Franklin Foer ist ein Pamphlet, das aufräumt mit den Versprechungen der digitalen Gesellschaft. Mark Zuckerberg hat ein Herz für Hacker. In seiner Konzernzentrale residiert er unter der Adresse 1 Hacker Way, in einem der Facebook-Innenhöfe gibt es ein Hacker-Mosaik, an anderer Stelle einen Platz namens Hacker Square, wo Mitarbeiter auf Hackathons neue Ideen vorstellen.

  
18.10.2018 09:51:21 [TAZ]
Kinofilm „Dogman“
Matteo Garrones Film „Dogman“ zeigt einen unterwürfigen Hundefriseur. Der Darsteller Marcello Fonte verleiht ihm tragische Würde. Marcello, der titelgebende Protagonist von Matteo ­Garrones neuem Film „Dogman“, ist ein bemitleidenswerter Zeitgenosse. Ein schmächtiger Schwächling, der sich nur in gebückter Haltung fortbewegt, wenn er denn mal nicht vor etwas zurückweicht; ein hohlwangiger Verlierer, nicht einmal vom eigenen Hund respektiert. Der spätabends schnell zubereitete Teller Pasta verschwindet wie selbstverständlich im Maul des Haustiers, welches das Hundefutter nämlich verweigert, wahrscheinlich, weil es sich schon so an das Essen seines Herrchens gewöhnt hat. Aber Marcello gibt es ihm ja gerne. Nicht, dass ihm etwas anderes übrig bliebe.
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